Mehr als nur Gold – Ein Leuchten gegen die Kälte der Welt

Spread the love

Mehr als nur Gold – Ein Leuchten gegen die Kälte der Welt

 

Von Andreas Klamm

Verona/Mailand, 7. März 2026Während in der 2. Bundesliga der Ball rollt und der gewohnte Live-Takt des Fußballs das Land gefesselt hält, hat sich im Süden, in der Arena von Verona, ein ganz anderes, ein stilleres und doch kraftvolleres Leuchten entzündet. Die 14. Paralympischen Winterspiele sind eröffnet. Doch in einer Zeit, in der die Weltpolitische Wetterlage frostiger kaum sein könnte, wirkt diese Eröffnung wie ein fragiles Versprechen.

Es ist eine bunte Zeremonie gewesen, ja. Aber sie war politisch aufgeladen, schwer von den Diskussionen der Gegenwart. Und doch: Wenn Francesca Porcellato und Gianmaria Dal Maistro das Feuer entzünden, dann geht es um mehr als um Medaillenspiegel oder Rekordzahlen von über 600 Athleten. Es geht um die Substanz dessen, was uns als menschliche Gemeinschaft ausmacht.

Worte, die Fleisch werden müssen

Wir hören sie oft, die großen Vokabeln der olympischen und paralympischen Bewegung: Frieden, Liebe, Hoffnung, Träume und Wünsche. In Sonntagsreden klingen sie hohl, fast wie rhetorisches Lametta. Doch gerade hier, bei diesen Spielen in Mailand und Cortina d’Ampezzo, dürfen sie keine leeren Worthülsen bleiben.

Wenn 40 deutsche Athletinnen und Athleten über den Schnee und das Eis gleiten, bringen sie Träume mit, die weit über den Sport hinausgehen. Es sind Träume von einer Welt, die Hindernisse nicht als Endpunkt, sondern als Aufgabe begreift.

  • Frieden darf nicht nur die Abwesenheit von Waffenruhe in den Nachrichten sein, sondern muss in den Begegnungen im paralympischen Dorf gelebt werden.
  • Hoffnung muss das Signal an all jene sein, die im Abseits stehen, dass Teilhabe kein Privileg, sondern ein Menschenrecht ist.
  • Wünsche müssen zu Taten werden, damit die Inklusion, die wir auf dem Bildschirm bewundern, auch am Montagmorgen in den Amtsstuben und Werkstätten Deutschlands ankommt.

Zwischen Newsticker und Gänsehaut

Natürlich schauen wir heute auch auf den Newsticker. Wir verfolgen die Ergebnisse der 2. Bundesliga, wir scannen die Tabellen von Handball bis Eishockey. Das ist unser sportlicher Alltag. Doch die Paralympics fordern uns auf, den Blick zu heben.

Diese Spiele sind eine Einladung, die großen Worte mit Leben zu füllen. Dass Liebe nicht nur ein Gefühl ist, sondern die radikale Akzeptanz des Nächsten in seiner ganzen Verschiedenheit. Dass Träume nicht Schäume sind, sondern der Treibstoff für eine Gesellschaft, die noch an das Morgen glaubt.

Möge das Feuer von Mailand und Cortina in den nächsten Tagen nicht nur die Stadien wärmen, sondern auch unsere Herzen für die Erkenntnis, dass wir alle – ob mit oder ohne Behinderung – an denselben Träumen von einer gerechteren Welt stricken.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert